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Reinhard Matz
Fassade.Köln
digitale Fotografien
Von 2001 bis 2005 hat der Fotograf und Medienwissenschaftler
Reinhard Matz das Stadtbild von Köln zum Thema einer freien
Fotoarbeit gemacht.
Er vermied dabei die bekannten Ansichten,
Orte und Bauwerke und konzentrierte sich auf alltägliche,
gleichwohl in ihrer Summe stadtprägende Straßenzüge
und Bauten, die er als Zusammenschau wie auch sehr detailliert
in prägnante dokumentarische Bilder fasste.
Die fotografierten Architekturen sind geprägt von Abwandlungen,
Verschalungen und Übermalungen im Zuge des sich wandelnden
Zeitgeschmacks ihrer Besitzer. Häufig fallen die stilistischen
Unterschiede von Haus zu Haus ins Auge. Die Gestaltung der Kölner
Fassaden, die ja wörtlich genommen die Gesichter der Stadt
ausmachen, folgt offenbar keiner übergeordneten Idee, sondern
vergegenständlicht eine befremdliche Konzeptlosigkeit. Zusammengenommen
entsteht ein irritierendes Bild dieser viertgrößten
deutschen Stadt, die an vielen Stellen ein überraschend
kleinstädtisches Gepräge erhalten und auch angenommen
hat.
Der Fotograf, in seinen Auftragsarbeiten sowie in früheren
Ausstellungs- und Buchprojekten eher der Großformatkamera
verbunden, benutzte für seine Arbeit eine kleine Digitalkamera,
die ihm eine unbeschwerte, spontanere Arbeitsweise ermöglichte.
Er wollte, wie er sagt, nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Auch für die Ausstellung gehe es ihm nicht um Bilder im
Imponierformat, sondern um die Genauigkeit des Hinsehens. Bilder
im Buchformat nötigten zu einer intimeren und präziseren
Lektüre, man müsse sie buchstäblich näher
an sich heranlassen als plakatgroße Abzüge.
So entstand eine umfang-, facetten- und detailreiche Arbeit
zum derzeitigen Bild der Stadt. Die Ausstellung zeigt rund 200
dieser kleinformatigen Fotografien, über 250 finden sich
im gleichnamigen Buch. Wenn man später einmal sehen möchte,
wie Köln am Anfang des 21. Jahrhunderts ausgesehen hat,
wird man es in den Fotografien von Reinhard Matz entdecken können.
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